Schülerrat

 

Seit dem Schuljahr 2015/2016 gibt es ein neues Gremium an unserer Schule, den Schülerrat.

Der Schülerrat ist eine Vorform der Teilkonferenz nach §53 SchulG und dient der Sanktion von Verstößen gegen die Schulregeln. Jeweils drei Schülerinnen aus den Stufen 9. und 10. und eine Sozialpädagogin (Frau Aschermann) bilden den Rat, führen ein Gespräch mit dem betreffenden Schüler/der Schülerin und beschließen im Anschluss pädagogische Maßnahmen. Bei Nichteinhaltung der auferlegten Maßnahmen wird eine Teilkonferenz einberufen.

 

1. Ziele

  • Förderung eines positiven Miteinanders an der Schule
  • Schülern soll deutlich werden, dass ihr Verhalten nicht nur von Lehrern und der Schulleitung, sondern auch von älteren Schülern nicht gutgeheißen wird
  • Eine Sanktion von Schülern für Schüler wirkt glaubwürdiger
  • Stärkung der Kommunikationsfähikeit und des selbstsicheren Auftretens bei den ausgebildeten Schülern und Schülerinnen der 10. Klasse
  • Entwicklung des Rechtsbewusstseins beider Seiten

2. Mögliche Fälle für den Schülerrat

  • Respektlosigkeiten gegenüber Lehrern und/oder Schülern
  • leichtere Fälle von Körperverletzung
  • kleinere Sachbeschädigungen
  • häufiges Zuspätkommen
  • häufige Aufenthalte im Nachdenkraum, Unterrichtsstörungen
  • Mobbing
  • etc.

3. Mögliche Sanktionen

  • Ordnungsdienst
  • Sozialdienst
  • Entschädigung, Wiedergutmachung
  • schriftliche Entschuldigung
  • Referat über das Thema
  • Führen eines Verhaltensheftes
  • Besuch einer Beratungsstelle, etc.

4. Organisation

  • Zeit: Mittwochs von 13.30-15.05 Uhr, ggf. andere Termine
    Ort: BOB, Raum 103
  • Ausbildung: Bis zu den Herbstferien mit Besuch einer Gerichtsverhandlung, Rechtskundeunterricht eines Richters, Gespräche mit der Jugendgerichtshilfe
  • An der Verhandlung nehmen teil: Drei Schülerräte, eine Sozialpädagogin

5. Ablauf

  • Vorfallmeldung bei Schulleitung
  • Schulleitung entscheidet, ob das ein Fall für den Schülerrat ist
  • Vorladung über die Eltern an betroffenen Schüler
  • Schülerratsitzung
  • Vorfall verlesen
  • Stellungnahme des betroffenen Schülers
  • Fragen des Schülerrats
  • Zurückziehen zur Beratung über pädagogische Maßnahme
  • Pädagogische Maßnahme verkünden und erklären
  • Vorfall, Protokoll und päd. Maßnahme werden in einem Ordner bei Frau Aschermann gesammelt
  • Über die päd. Maßnahme werden die Eltern des Schülers schriftlich informiert
  • Bei Nichteinhaltung der auferlegten Maßnahme wird eine Teilkonferenz einberufen

 

 

 

Mediation und Schülertreitschlichter

 

- Ein Baustein des Programms „Konflikt-KULTUR“ nach Thomas Grüner 1 -

 

Konflikte und Streit sind dort, wo viele Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Interessen, Meinungen, Verhaltensweisen und Lebensauffassungen zusammen treffen, unvermeidbar. Das ist auch in der Schule so.

Damit aus Streitigkeiten keine ernsthaften Konflikte werden, hilft ein festes Konfliktlösungsritual wie die Mediation, bei der eine dritte Person zwischen den Streitenden vermittelt und das Recht auf eine gewaltfreie Lösung betont. Die Schulsozialarbeiterin Frau Aschermann wurde von Thomas Grüner im Rahmen des Programms „Konflikt-Kultur“ als Mediatorin ausgebildet. Ihre Erkenntnisse gibt sie in einer AG an SchülerInnen der 9.-10. Jahrgangsstufe weiter, in dem sie diese zu Schülerstreitschlichtern ausbildet

Ziel ist es, die StreitschlichterInnen dahin zu führen, bei Konflikten unter Mitschülern vermittelnd tätig zu werden, damit die Konfliktparteien die Hintergründe und Ursachen ihres Konflikts besser verstehen.

Alle SchülerInnen unserer Realschule haben die Möglichkeit im SV-Raum oder im Streitschlichterraum in den großen Pausen oder nach Absprache, ihre Probleme in ruhiger und freundlicher Atmosphäre mit den StreitschlichterInnen zu lösen.

Thematische Schwerpunkte der Streitschlichter-AG sind u.a. die Vermittlung gewaltfreier Konfliktlösungsmethoden, die Schulung sozialer Kompetenzen, das Lernen des aktiven Zuhörens und Projekte zur Förderung des Respekts und der Toleranz gegenüber anderen Menschen.

 

1 Durach, B.; Grüner, T. u. Napast, N. (2002): „Das mach ich wieder gut!“ Mediation,Täter-Opfer-Ausgleich, Regeln lernen. Soziale Kompetenz und Gewaltprävention an Grundschulen, Lichtenau, AOL.